Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in als Digital Data Curator (m/w/d)
Arbeitsbeginn
ab Herbst 2026 oder nach Vereinbarung
Arbeitsverhältnis
80-90%, befristet bis Ende Mai 2030
Das Projekt
Die Digitalisierungsstrategie 2030 der Universität Bern stellt den Menschen ins Zentrum der digitalen Transformation. Das Projekt untersucht aus intersektionaler Perspektive, wie digitale Technologien und KI bestehende Machtverhältnisse und Ungleichheiten – etwa entlang von Geschlecht, Rassismus, Citizenship oder sozialem Status – verstärken oder verändern können. Ziel ist der Aufbau eines „Digital In/Justice Hub“, der erforscht, wie Daten und Algorithmen Ungleichheit reproduzieren oder zu digitaler Gerechtigkeit beitragen. Der Hub wird als universitätsweite Infrastruktur etabliert und arbeitet fakultätsübergreifend.Beteiligt sind insbesondere Digital Humanities, Geographie, Rechtswissenschaften, Soziologie und Geschlechterforschung sowie Theologie; darüber hinaus arbeitet das Projekt eng mit Technologie- und Datenexpert*innen sowie Praxisfeldern ausserhalb der Wissenschaft (insbesondere Kunst und Zivilgesellschaft) zusammen. Ziel ist es, innovative, gemeinschaftsnahe Ansätze zu digitaler (Un-)Gerechtigkeit institutionell zu verankern und über die Projektlaufzeit hinaus weiterzuentwickeln.
Die Stelle ist gemeinsam bei Mirko Winkel (mLAB, Geographisches Institut) und Mathias Wirth (Professor für Systematische Theologie und Ethik, Theologische Fakultät) verortet.
Ihre Rolle
Als Digital Data Curator (m/w/d) übernehmen Sie eine vermittelnde Querschnittsrolle zwischen Recht, Ethik, Informatik, Digital Humanities, kritischer künstlerischer Praxis und den Sozialwissenschaften. Sie unterstützen beispielsweise Forschende, die mit marginalisierten Communities arbeiten, in allen Aspekten digitaler Datenkuratierung (u. a. Auswahl, Pflege, Aufbewahrung, Speicherung, Zugriff und (Re-)Nutzung) – mit dem Ziel, potenziell schädliche Effekte für die betroffenen Communities zu vermeiden. Dies umfasst auch den verantwortungsvollen Umgang mit audiovisuellen und künstlerischen Daten sowie deren nachhaltige digitale Archivierung. Sie tragen dazu bei, Bias in Datensätzen sichtbar zu machen, Risiken für marginalisierte Gruppen einzuschätzen und praxistaugliche Guidelines zu entwickeln (u. a. aufbauend auf FAIR- und CARE-Prinzipien).Sie arbeiten zudem im mLAB mit und unterstützen die Konzeption, Organisation und Begleitung transdisziplinärer Formate (u. a. art-science residencies, Fellowships und öffentliche Präsentationsformate), in denen Künstler*innen, Forschende und Akteur*innen aus Zivilgesellschaft und Praxis gemeinsam an Fragen digitaler (Un-)Gerechtigkeit arbeiten.
Die Stelle ist nicht als reine Dienstleistungsstelle gedacht: Es besteht besteht die Möglichkeit, einen definierten Anteil der Arbeitszeit für eigene Forschung im Themenfeld Digital In/Justice zu nutzen.
Ihre Aufgaben:
- Aufbau und Weiterentwicklung sensibler, rechtlich und ethisch reflektierter Datenpraktiken im Projekt (inkl. Umgang mit Vulnerabilitäten, Risiken und Schutzbedarfen).
- Beratung und Unterstützung im Forschungsdatenmanagement: Datenmanagementpläne, Dokumentation, Versionierung, Archivierung, Zugangs- und Nachnutzungskonzepte.
- Erarbeitung und Dissemination von Best-Practice-Guidelines (u. a. FAIR/CARE)
- Kontinuierliche Übersetzungs- und Koordinationsarbeit zwischen disziplinären Perspektiven (Schnittstellenfunktion) und zwischen Universität, Administration und Praxispartner*innen.
- Zuarbeit zu den Forschungs- und Transferaktivitäten im gesamten Digital In/Justices Hub (z. B. Daten- und Materialflüsse, Qualitätssicherung, Risikoabschätzungen).
- Mitarbeit an projektweiten Formaten: Team-Trainings (z. B. zu Critical Data Management), Workshops, Netzwerk- und Outreach-Events.
- Organisation und Begleitung von art-science residencies und Fellowships inkl. Dokumentation der Outputs (z. B. Workshops, Vorträge, Ausstellungen, öffentlich zugängliche Formate).
- eigenständige Forschung im Themenfeld Digital In/Justice in einem gemeinsam definierten Rahmen (z. B. Publikationen/Beiträge, Einbindung in Forschungsvorhaben und Anschlussanträge).
Wir bieten:
- Perspektiven zur Mitarbeit an Folgeanträgen und Anschlussprojekten (je nach Projektentwicklung und Finanzierung).
- Möglichkeit, einen definierten Anteil der Arbeitszeit für eigene Forschung zu nutzen.
- Orientierung an einer nachhaltigen Wissenschaftskultur im Sinne der Better Science Initiative.
- Perspektiven zur Mitarbeit an Folgeanträgen und Anschlussprojekten (je nach Projektentwicklung und Finanzierung).
Ihr Profil
- Abgeschlossenes Hochschulstudium (mind. Master); Promotion bzw. Postdoc-Level ist erwünscht.
- Nachweisbare Erfahrung mit (kritischem) Forschungsdatenmanagement / Datenkuratierung (z. B. DMPs, Dokumentation, Archivierung, Governance, Reuse) und/oder Datenethik, Datenschutz/Datensicherheit.
- Interesse an Fragen der digitalen (Un-)Gerechtigkeit und an Arbeit mit sensiblen Daten in Kontexten marginalisierter Communities; Kenntnisse von FAIR/CARE oder verwandten Frameworks sind von Vorteil.
- Ausgeprägte Kommunikations- und Moderationskompetenz sowie Freude an inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Anspruchsgruppen (Forschung, Administration, Kunst, Zivilgesellschaft).
- Grundverständnis von Informatik und datenverarbeitenden Infrastrukturen (z. B. Datenformate, Metadaten, Schnittstellen); Programmierkenntnisse sind von Vorteil.
- Selbstständige, strukturierte und lösungsorientierte Arbeitsweise.
- Sehr gute Englischkenntnisse. Deutschkenntnisse auf solidem Arbeitsniveau (mündlich und schriftlich ausreichend für den Projektalltag; kein perfektes Deutsch erforderlich). Weitere Sprachen von Vorteil.
Ihre Benefits
- Attraktive Anstellung gemäss Richtlinien der Universität Bern
- Kollaboratives Umfeld und ambitioniertes Team
- Internationales Renommee
- Individueller Karrieresupport
Arbeiten an der UniBE
Die Universität Bern bietet nicht nur spannende Aufgaben, sondern auch ein Umfeld, das Entwicklung, Vielfalt und Chancengleichheit aktiv fördert. Entdecken Sie, was uns als Arbeitgeberin auszeichnet und wie Sie bei uns weiterkommen.
Bewerbung und Kontakt
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, eventuell Arbeitsbeispiele, Lebenslauf, relevante Zeugnisse) bis zum 15. Mai in einer PDF-Datei an: jobs.giub@unibe.ch
Fragen zur Stelle?
Mirko Winkel (mLAB, Geographisches Institut) und Mathias Wirth (Professor für Systematische Theologie und Ethik/Theologische Fakultät)mirko.winkel@unibe.ch, mathias.wirth@unibe.ch